Adverbium, 2. Bildung. §.478.479» 75
keir, Biegsamkeit, Folgsamkeit, Wachsam-keit, Gelehrsamkeit, dessen ehemahliges Stamm-wort gelehrsam, veraltet ist.
selig, mehr ein eigenes abgeleitetes Wort, als«ine Ableitungssylbe, welches aber doch, weil es inder Bedeutung, in welcher es hier vorkommt, längstveraltet ist, mit unter die Ableitungssylben gerechnetwerden kann. Es ist vermittelst der Nachsylbe igvon dein alten Subsramivo Sal, Reichthum undhernach Glück, abgeleitet, und bedeutete ursprüng-lich reich, Überfluß habend, nnd in der Zusammen-setzung , den Begriff des ersten Wortes in reichemMaße besitzend. Aemjelig, in der ersten noch imOberdeutschen üblichen Bedeutung, ein lemstligerH)rt, ein volkreicher; glückselig, Glück in Men-ge habend, mühselig, mit vieler Mühe begleitet.So auch saumselig, armselig, feindselig, hold-selig u. s. f. In gottselig scheinet c6 eine Ähn-lichkeit zu bedeuten, trübselig aber ist zunächst vonTrübsal gebildet, Trübsale habend. Im Ober,deutschen gibt es noch mehrere dieser Wörter, wel-che aber im Hochdeutschen unbekannt sind: rath- ' , >selig, reich an gutem Rathe, friedselig, ftiedfer-tig, bittselig, eine gute Gabe zu bitten habend,gnadselig, gnadenreich, rachselig, rachgierig, Hab-selig, reich an Habe, daher unser ^abseligkcir,lobselig, reich an lobe, redselig, gesprächig n. s. f.Unser selig, de-nus, ist eben dasselbe Wort, nur ineiner übergetragenen Bedeutung desStammworceö,Sal, Lsluz.
§. 479. Diese Ableitungssylben sind ein sehr Fruchtbar,fruchtbares Hülssmittel, einen Wurzelbegriff, als kcit diesereine unselbständige Beschaffenheit auf verschiedene Ableitungs,Art zu bestimmen, und mit verschiedenen Neben- ^ ^'
begriffen