Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
371
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i, Kap. 6. Verbum. §. 671. 57»

aber das Zahlwort zeiget, daß es eigentliche Pluraleseyn füllen. Daher auch das Verbum keine andereZahl bezeichnen kann.

4. Die modische Höflichkeit, welche es einmahleingeführet hat, nicht nur alle Personen von gleichemund höherm Stande in der dritten Perlon des Plu-rales anzünden, werther Freund, besuchen sieuns; sondern auch von Höhern in eben dieser Personzu sprechen: der Herr Graf haben befohlen.

§. 671. Hingegen siehet das Verbum im Plural, Das Vcr,theils wenn das Subject ausdrücklich mehrfach ist, bum imdie Vogel singen; theils auch, wenn es sich auf Plural,zwey oder mehrere Subjecte der dritten Person be-ziehet, oder vielmehr jedem derselben ein und ebendasselbe Präoicat beyleget: erinnern sie sich, daßEhre, Liebe und Freundschaft ihre Sicherheitsind; wo ist ein Fehler seyn würde, weil Sichersheit mit zum Pradicate gehöret, das Verbum aberdie Zahl des Subjectes ausdrucken muß. Das Be-dürfniß schuf die Handlung, und der N)ohl>stand und die Bequemlichkeit erweiterten sie.

Folglich ist der Plural des Verbi nothwendig:

1. wenn gleich die Mehrheit des Subjectes versteckeist: es har mehr als einen Philosophen gege-ben, welche dieses behauptet haben; wo zwardas Substantiv des Subjectes im Singular stehet,aber doch das mehr als eine Mehrheit bezeichnet.

2. Wenn das im Singular stehende Subject meh-rere Arten und Verhältniße bezeichnet: die wahreUnd die fulfche Selbstliebe kommen darinüberein; die edlere und höhere Schreibartziehen diesen Ausdruck vor; wo das doppelteAdjectiv zeiget, daß der Nahme des Subjectes ein-mahl verschwiegen worden.

Aas . Ich