Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
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416
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416 i.TH. 4. Abschn. Syntax

ren. Der Gegenstand der Wirkung des Verbi istim Activo von gedoppelter Art, entweder die Wir-kung des Verbi erstrecket sich unmittelbar auf den-selben, und alsdann stehet er im Accusativ, welcherder Accusativ der Sache ist, oder sie erstreckt sichmittelbar und vermittelst eines Umweges auf densel-ben, in welchem Falle er iin Dativo stehet, der als-dann der Dativ der Person heißt. Es ist im Deut-schen eine allgemeine Regel, daß nur allein dasjenigeSubstantiv, welches im Activo der Accusativ der Sa-che, folglich der wahre leidende Gegenstand ist, diesesauch im Passiva seyn, folglich alsdann im Nomi-native stehen kann; oder mit andern Worten, keinNennwort kann im Nominative vor einem Passivsstehen, welches nicht im Activo im Accusativ? stehenmuß. Der Beweis ist leicht; man darf sich nureinen richtigen Begriff von dem leidenden Gegen-stande machm, welcher der Sache nach einerley bieibt,er mag mm das Prädicat oder das Subject seyn.Wenn ich sage, mein Freund sucht mich, so istmich der wahre leidende Gegenstand des Activi, weiles der Accusativ der Sache ist; folglich kann ebenderselbe auch im Passivs in den Nominativ treten,weil er immer der leidende Gegenstand bleibt, er magdas Subject oder das Prädicat seyn: ich werdevon meinem Freunde gesucht. Ferner, manrufet mich, man nenner mich, folglich auch, ichwerde gerufen, genannt.

Hieraus folget nun ferner, daß der Dativ derPerson, weil er nicht der eigentliche leidende Gegen-stand ist, im Passlvo nie derNominaciv werden kann:Ich kann daher nicht sagen: ich werde berichtet,er ist übel begegnet worden, ich bin versichertworden, wir stnd geholfen worden; weil ichnicht sagen kann, man berichtet mich, man be-gegnet