Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
678
Einzelbild herunterladen
 

678 2.TH. Von der Orthographie.

wir freylich mit der Griechischen Sprache vertrautergeworden, und kennen diese Wörter in ihrer Quelle.Allein ist nur der unangenehme Umstand dabey,daß das Römische c, welches ehedem in allen Fallendem k gleich lautete, nach dcr Völkerwanderung vorä, e, i, ö, ü und y in ein ; überging, und diese Aus-sprache denn auch den eigenthümlichen 4aut der ausdem Griechischen entlehnten Wörter veränderte:Cylinder, Lymdel, Cypern, Centaur, Cerbe-rus, Cepheus, Cimon, ThucMdes u. s. f. wel-che in ihrem Vaterlands insgesammt ein k haben,und auch bey den Römern so gesprochen wurden.Da diese Schreibart nunmehr völlig allgemein ist,nicht allein im Deutschen, sondern auch in dem gan-zen übrigen Europa , so ist an keine Änderung dersel-ben zu gedenken, zumahl da sie, wenn sie auch mög-lich wäre, auf das iatein mehr Einfluß haben wür-de, als man wohl denkt, und als der gute Geschmackin dieser Sprache jemahls erlauben wird. Wennman daher auch diejenigen ursprünglich GriechischenWörter, in welchen das Römische c seinen altenächten jaut beybehalten hat, im Deutschen mit ei-nem k schreiben will, welches jeßt immer üblicher zuwerden scheinet: so darf man doch diese Schreibartnicht auf diejenigen ausdehnen, wo das ursprüng-liche L dem jaute nach in ein z übergegangen ist,weil die Aussprache, wenn sie so allgemein ist, alshier, der Abstammung auch in allen übrigen Fällennachstehen muß, wie aus dem folgenden erhel-len wird.

Was bisher von der Art, wie die fremden Wör-ter im Deutschen geschrieben werden, gesagt worden,ist von mir nicht willkührlich angenommen worden,sondern ist ganz der bisher befolgte allgemeine Ge-brauch. Nimmt man alles zusammen, so wird man

über-