VIII
Vorrede.
Dieß voraus gesetzt finden wir in dem Bauenicht allein der Deutschen , sondern einer jedenursprünglichen, d. i. nicht aus einer Vermischungmehrerer entstandenen Sprache Einrichtungen vongedoppelter Art, Einrichtungen, welche noch Über-reste der ersten Kindheit der Sprache sind, undsich ganz auf die dunkele Empfindung des Hör-baren gründen, und Einrichtungen, welche mehrnach klaren Vorstellungen, oder vielmehr nach derdunkeln Empfindung des Ähnlichen geschehensind. Zur ersten Art gehören vornehmlich: i. dieBildung aller Wurzelwörter und Wurzellaute inihrer ersten ursprünglichen Bedeutung. 2. DasGeschlecht der Substantive. 3. Die Bildung desPlurals. 4. Die ursprüngliche Einrichtung derDeclinationen, so fern die jetzigen Biegungssylbennoch als einzele abgesonderte Wurzellaute betrach-tet werden müssen. 5. Die crste Einrichtung derirregulären Conjugationen, so fern sie noch auseinsylbigen zwar verschiedenen «ber doch größten-theils ähnlichen Wurzelwörtern, ohne alle Bie-gung bestanden. 6. Die persönlichen Pronomi-na, aber auch nur ihrem ersten rohen Zustandenach. Voll allem diesen Erscheinungen ist keinanderer Grund möglich, als die dunkele Nachah-mung des Hörbaren, und da diese für den ausge-bildeten cultivierten Menschen so gut, wie gar keinGrund ist, weil seine Sprache nicht mehr auf diedunkele Empfindung des Hörbaren, sondern aufdie dunkele Empfindung der Ähnlichkeit gegründetist, so ist es vergebens, hier andere Gründe auf-zusuchen,