Vorrede.
IX
zusuchen, und dem Sprachlehrer bleibt weiternichts übrig, als das, was wirklich ist, so anzu-geben, wie es ist, und allenfalls auf diesen Grundzu verweisen.
So wie eine Nation dieses Hörbare, die ersteStütze ihrer Sprache und Erkenntniß verläßt,und dagegen mehr klaren Vorstellungen zu folgenanfängt, so fängt, sie auch an, das Veränderlichein der Sprache mehr nach dunkler Empfindungder Ähnlichkeit einzurichten, und nun wird ausdem regellosen Chaos nach und nach ein mehrübereinstimmiges Ganzes; die unförmlich tönen-den Wurzelwörter und Wurzellaute sondert: sichunvermerkt in bestimmte Classen ab, und werdenzu Nedetheilen, es entstehen abgeleitete, gebogeneWörter, die neuen Verba, welche man bildet,werden nach dunkel erkannten Ähnlichkeiten, folg-lich regulär gebildet, die alten irreguläre«: bekom-men hin und wieder reguläre Biegungssylben, undgehen nach und nach, so fern es ohne Verletzungder allgemeinen Verständlichkeit geschehen kann, inreguläre über, uud so fähret eine Nation fort, ihreSprache in diesem Stücke auszubilden, so langesie dieselbe Nation bleibt, und an Erkenntniß undGeschmack wächset. Man überlese und überdenkedas, was hier bey den irregulären Vcrbis überdiese Sache gesagt worden, so wird man von die-sem Gange der Cultur der Sprache hoffentlich ge-nugsam überzeuget werden.
Alles, was nun in diesen zweyten Zeitpunctder Ausbildung der Sprache fällt, ist das eigem-
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