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Einleitung,
Das jehnswesen, damahls noch der Glanz unddie Grundfeste der Nation, ward jetzt erst in idie gehö-rige Ordnung gebracht, und durch bestimmte Gese-tze darin erhalten. Die Städte wurden immer blü-hender und mächtiger, besonders seit dem Heinsrich 5. die Handwerker und Künstler für frey er-klärte, und dadurch gewisser Maßen den Grund zuder großen Revolution in der Nation und ihrerSprache legte, welche sich nachmahls iin vierzehntenJahrhunderte eräugnete. Bisher bestand Deutsch-land , so wie das heutige Pohlen, aus Herren undSclaven. Eine solche Verfassung ist zu allen Zei-ten das Grab der Aufklärung und des guten Ge-schmackes gewesen, welche nur in dem Mittelstandezwischen beyden aufkeimen und blühen. Jetzt bil-dete sich ein solcher Mittelstand unter dcnDeutschen,den die Kaiser selbst begünstigten und aufmunterten,um an demselben eine Stütze gegen den übermäch-tigen Herrenstand zu bekommen, welchen ihm dieuntere Hälfte der Nation, welche größtentheils ausLeibeigenen bestand, nicht gewähren konnte. DieStädte fingen nunmehr an, Wohnsitze der Künste,des Fleisses,der Erfindsamkeit und des Geschmacks zuwerden, welche bisher zu ihrem großen Nachtheile inden Klöstern waren eingeschränkt gewesen. Zugleichwurden sie dadurch in den Stand gesetzt, nachmahlsder übermächtigen Geistlichkeit und dem herrschsüch-tigen alles unterdrückenden Adel das Gegengewichtzu halten. Deutschland nahm nicht nur Theil andem morgenländischen Handel in Italien , welcherdamahls in der schönsten Blüthe stand, sondern esführte auch eine beträchtliche eigene Handlung überdie Ostsee nach den nordischen Reichen. Die Hand-lung verschaffte Überfluß, und dieser gebahr Künste.Deutschland hatte eö in der Cultur bereits so weit
gebracht.