Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

II. Deutsche Sprache. 49

gebracht, daß auch andere, noch rohe Völker, wen»sie sich bilden wollten, dasselbe zum Muster nahmen,und dessen Gesetze einführten. Im gegenwärtigenZeitpuncte geschahe solches von den Ungarn , und ei-nige Jahrhunderte später von den Pohlen. Deutsch-land hingegen fing jetzt an, seine alten einfachen Ge-setze mit dem verwickelten Römischen Rechte zu ver-wechseln, weil dessen bürgerliche Verfassung durchden Wachsthum des Überflusses bereits so sehr ver-feinert und verwickelt geworden war, daß jene nichtmehr für brauchbar gehalten wurden»

Bey dem allen ist die Anzahl der Deutschen Schriften auödiesem Zeitpunkte nur klein. Die bekanntesten davon sind:

1. Eine Übersetzung von Aristorelis Grganon in einerHandschrift zu S. Gallen. Eine kleine Probe daraus befin-det sich in des Herrn AbtGerberrs Itin. ^lemsnn. S.I43des Anhanges.

2. NMeram, anfänglich ein Ordens-Geistlicher zu Ful-da, und hernach Abt zu Ebcrberg in Baicrn, welcher log;starb, und eine doppelte Umschreibung des hohen Liedes hin-terließ , die eine in Lateinischen Versen, und die andere inDeutscher Prose. Die erste gab Menrad Mollher zu Hage -«au 1528, die letzte aber Paul Merula zu Leiden iz-,8 heraus,worauf beyde wieder in Schillers l'iies. abgedruckt wurden.

z. CineS ungenannten Lobgedicht auf den 1075 verstor-benen Erzbischof zu Cöln, Anno, welches Marrin Gpirz zuDanzig 16Z9 heraus gab, und Schiller gleichfalls seineml'Iiesimro einverleibte.

4. Eine Übersetzung der Regel Benedicts aus dem zwölf-ten Jahrhunderte in der Handschrift zu Iwicfaltcn.

5. DaS Apostolische Glaubensbekenntnis; in Nieder-Deutscher Mundart, aus der letzten Hälfte des üten Jahr-hunderts in Boxhorns ttilt. univ. Eckhardts Cstiieciielittleotilcs, und Baumgarrens schon angeführten Einla-dnngsschrist. Ein späteres aus der ersten Hülste des, drev-zehnten Jahrhunderts in der Alemannischen Mundart befin-det sich beym Scumpff, Soldast, Martin Lrusius, Schil-ler , Baumgarren und andern,

Adel. jv. Spr. A 6. Vi»