Lind mit den Seltenheiten des Orients bekannt ge-macht. Wenn das Bedürfniß befriedigt ist, undder Mensch mehr erwirbt, als er zur Nothdurft be-darf, so wird der Trieb zum Vergnügen herrschend,und dann entstehen die schönen Künste von selbst.Die Art, wie sie entstehen, hangt von den Neben-umstanden und den Mustern ab, welche eine Nationin diesen Umständen wählt.
Diese Muster waren denn freylich nur die so-genannten Troubadours oder die provenzalsDichter, welche sich hundert Jahr früher unterähnlichen Umständen in dem südlichen Frankreichegebildet hatten, und nunmehr von den Deutschen,deren Charakter zu allen Zeiten Nachahmung war,zu Mustern genommen wurden. Die Provence ,unter welchem Nahmen man jetzt nicht allein dasganze südliche Frankreich , sondern auch einen gro-ßen Theil des mittägigen Spaniens , verstehen muß,befand sich in ähnlichen Uniständen als Deutschland ,nur daß Wohlstand und Künste dort ein ganzesJahrhundert früher reifsten. Der Reichthum dermächtigen Lehnsherren und Vasallen erzeugte Prachtund Hang zum Vergnügen, und mit demselben zu-gleich die provenzal-Dichter, welche sich, wie esscheint, zunächst nach den benachbarten Arabernbildeten. Die Dichtkunst ward das herrschendeVergnügen des hohen Adels. Die damahligeLehnöverbindung zwischen der Provence und demDeutschen Reiche siihrte sie gar bald auch in die-ses ein, und erweckte den dichterischen Geist derDeutschen zur Nacheiferung. Schwaben, aberSchwaben in weiterm Verstände, d. i. das ehemah-lige Alemannien, einen großen Theil der Schweißmit eingeschlossen, war, wegen seiner ^age und seinesvorzüglich blühenden Wohlstandes, die erste Pro-
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