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Einleitung.
Ursachen §- 24. Bey diesen Umstanden war daher dieseihreS Vcr- ganze Erscheinung allch nur von kurzer Dauer,salles. Die Schwäbischen Dichter überlebten den Abgangder Schwabischen Kaiser, unter welchen sie auf-geblühet waren, nicht lange. Die ganze Zeit ih-res Flores von der letzten Hälfte des zwölften Jahr-hunderts an, bis nach der Mitte des dreyzehntenbegreift etwa hundert Jahre. Zwar findet mannoch Dichter bis gegen die Mitte des vierzehnten;allein der Verfall der Dichtkunst und des Geschma-ckes wird hier schon zu merklich, und schon in derletzten Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts sind diemeisten nichts besser, als die Meistersänger, die sich. unmittelbar an sie anschließen. Die meisten dieserDichter kennen wir aus der schätzbaren sogenanntenManessischen Sammlung, (Zürch 1758 in 4.) wel-che von Heinrich von Veldeck an bis izzo, Ge-dichte von 139 Dichtern enthält, wozu noch theils diein der Jenaischen Bibliothek befindliche und vonBasil. Christi. Beruh. XViedeburg beschriebenehandschriftliche Sammlung, theils viele einzelnheraus gegebene Gedichte, besonders größerer Art,theils aber auch die vielen noch in den Bibliothekenbefindlichen Stücke gehören, welche für die DentfchsSprache sehr viele noch unbenutzte Schätze ent-halten.
Ein mehreres von den Schwäbischen Dichternwürde hier am unrechten Orte stehen, und da sichvon ihrer Erscheinung an die Schriften in DeutscherSprache gar sehr Haussen, so würde ich sie ohne gro-ße Weitläufigkeit nicht mehr anführen können.Nur die Ursachen des nunmehrigen Verfalles derDichtkunst muß ich noch bemerken, weil sie mit derVeränderung, welche gleich darauf in der Sprachevorging, in Verbindung stehen. Es sind folgende:
1. Der