Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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Einleitung.

re Manufacturen, Fabriken und Handlung seit demVersalle Schwabens eine der blühendsten Provinzenin Deutschland , und schon dadurch hatte die Spra-che beträchtlich gewonnen, dagegen sie in den übri-gen Provinzen dem Verfalle des Wohlstandes folgteund vernachlässiget ward. Jetzt wurden eben dieseLande überdieß noch der Sitz nicht allein des verbes-serten Lehrbegriffö in der Religion, sondern auch dieWiege aller Künste und Wissenschaften, welche vonden Glaubenöverbesscrern und ihren Freunden vollihrer alten Barbarei) befreyet und in kurzer Zeitüberaus sehr aufgekläret wurden. Es ist bey naheerstaunlich, wie sehr in einem Zeitraume von kaumdreyßig Jahren durch die Reformation alle Wis-senschaften zu ihrem Vortheile verändert wurden.Schon dadurch gewann die Sprache, noch mehraber, da die ersten Glaubensverbesserer, um dasunwissende Volk zu unterrichten, mehr in DeutscherSprache schrieben und lehreten, als bisher gewöhn-lich gewesen war. Man lese die ersten SchriftenL.url?er6 und seiner Zeitgenossen, um das Jahr 1517,und lese seine Schriften in den letzten Jahren seinesLebens, so wird man den großen Fortschritt bewun-dern müssen, welchen die Sprache in ihrer Fein-heit, Biegsamkeit und Wohlklang in so kurzer Zeitmachte.

Diese Veränderung war schnell, aber doch keinSprung. L.mher und seine Freunde behielten an«fänglich die Oberdeutsche Mundart bey, weil sie ein-mahl die herrschende war. Daher vermisset manin ihren Schriften von 1517 an noch mehrere Jahredas mildernde e oder e euphonicum, (ich hab, derFrid, der Glaub), das e des Dativs im Singu-lar und des Nominativs im Plural, (dem Tag,

die