Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
63
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il. Deutsche Sprache. 6z

die Tag, dem Tod), den Plural auf er (dieNlanne, die tVeibe,) die Endung der Adjectivevor den Substantiven (eyn recht stroern Epistel,das reglich Dror, durch den gefangen betro-gen Adel) ganz; dagegen findet man die Oberdeut-sche Überfi'illung an Consonanten, und widerwärtigenDoppellautern, die tiefern Selbstlauter statt der hö-hern, (kummen, von noren, erhören, loßen, fürerlösen, do für da, Sun für Sohn,) allerley harte Zu-sammcnziehungen, (erHort für erhörete, er ror fürtödtete, wünsch für wünschte,) das Augmentnm gevor dem Infinitiv, nebst andern Harten mehr bey ih-nen, der vielen nur derOberdeutschen Mundart eige-nen Wörter und der noch ganz rohen und ungebilde-ten Orthographie zu geschweigen. Da6 Gebet Ma-nasse lautet nach Luthers Übersetzung von 1519 noch so:O Herr allmächtiger Gort unserer Värrer, desAbrahams, Isaac und Jacob, vnd jrs (ihres)gerechten sainen vnd geschlechrs, derduHy-mel vnd erden nur all (aller) ihrer gezierde ge-schaffen haft, der du da; mör nur den rvore(dem Worte) deins gebots gezeichnet hast, devdu die rieffe vnd dumpff des möres befchlossenvnd deinen loblichen namen verzeichnet hast,vir welchen alle menfchen erschrecken vndvcrmügen vor des angestchc stercke vnd ste er-zitteren , dann der Zorn deiner trowung überdie fund ist vnlydlich, aber die Darmheryig-keir deiner Zusagung vnd verheijsung ist vn-rrmcssen vnd vnerforschlich, rvann du bistder allerhöchst Herr über den ganzen erdpo-dcn. Du bist gedulrig, gültig vnd vast barm-herrzig vnd mirleydsam über der menfchenboßheit u. s. f.

Doch