II. Deutsche Sprache.
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gen aufzusuchen, ob gleich die ersten Versuche frey-lich noch sehr roh und ungestaltet waren. Werdiese ganze Veränderung noch fatal nennen kann,muß entweder ein erklärter Feind aller Aufklärungdes Verstandes seyn, oder nicht ^wissen, wie genaudiese mit der Ausbildung der Sprache verbunden ist.
§. 26. Doch dabey blieb es noch nicht. Ver- Reform«-nunft und Geschmack waren einmahl erwacht, und ^on.eilten nunmehr sehr schnell Zu ihrem Ziele. Diezu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts gemachten ^Entdeckungen zur See erhöheten und bereichertendie bisher noch immer sehr eingeschränkten Kennt-nisse noch mehr, und die Reformation war dieerste und vornehmste Frucht dieser stufenweise er-weiterten Begriffe. Sie ward zugleich Reforma-tion aller Wissenschaften, und die 'Aufklärung desVerstandes verbreitete ein bisher ungewohntes Lichtüber alles, was nur ein Gegenstand desselben war.Mit der Sprache ging zugleich eine sehr wichtigeVeränderung vor, und die in den ChursächsischenLanden dUrch Wissenschaft und Wohlstand verfeiner-te und bereicherte Oberdeutsche Mundart, trat indie Stelle der vernachlässigten alten, und ward nachund nach die Hoffprache des ganzen gelehrten undgesitteten Deutschlandes.
Man lese über die bey und vermittelst der Re-formation mit der Deutschen Sprache vorgegangeneVeränderung des Herrn Ritter Nnchaelis schöneorar.'äe (Zeruiauise ciigle6to, c^ua in iscris ta-ciuuais st^us in IcriKenciis likriz utimur, Götting.1750 in 4.
Es ging mit dieser Veränderung wieder eben sonatürlich zu, als mit allen vorigen. Die Chursäch-sischen Lande waren durch ihren Bergbau, durch ih-re