Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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Einleitung.

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Feind des guten Geschmackes, der ihm doch einen sowichtigen Theil seines Entstehens zu danken hatte.

Ob sie an §. 28. Die Entscheidung der Frage, ob dieWolikom- Deutsche Sprache, und besonders die Hochdeutschetnciihnt Mundart derselben, einer noch größern Vollkommen-kann^" ^, h^ugt Z^nz von dem Grade der Kennt-

nisse und des Geschmackes unserer Zeiten ab.

Die Sprache ist Ausdruck der Begriffe undVorstellungen: diese machen ihren Reichthum aus,so wie die Feinheit, die Biegsamkeit und der Wohl-laut des Ausdruckes von dein Geschmacke abhängt.So lange eine Nation noch an Kenntnissen und Ge-schmacke wachsen kann, so lange ist auch ihre Spra-che einer immer größer» Vollkommenheit fähig.Nimmt sie an beyden ab, so geräth auch diese inVerfall. Den jedem Volke möglichen höchstenGrad der Vollkommenheit kann kein Zeitgenoß,kann nur der Nachkömmling in einem beträchtlichenZeitraume bestimmen, zumahl da derselbe von sovielen zufälligen äußern Umständen abhängt, welchekein endlicher Geist vorher sagen kann.

Athen und Rom zeigen uns in einem sehr ge-treuen Spiegel, durch was für Mittel auch die blü-hendste und ausgebildetste Sprache in Verfall ge-rathen kann. Wenn auf der einen Seite die Nei-gung zu den gründlichen Wissenschaften veraltet,wenn Philosophie in leeres Geschwätz oder brausendeSchwärmerei) ausartet, wenn man, anstatt sich deut-licher Begriffe zu befleissigen, nach Bildern und Fi-guren hascht, wenn man, bloß um neu zu scheinen,und was Neues zusagen, aufEmpfindeley, Kün-stelei) und Witzelei) verfällt, und sich aus Genie-Kitzel