Einleitung.
einfachen Vocalen, tiefere Vocale mit höhern, harteConsonanten mit weichern, wirft Confonanten weg,welche man zum Wesen des Wortes für unnöthighält, oder trennet zwey Consonanten durch einenVocal. So haben sich alle Sprachen in der Weltverfeinert, und so wird es die Deutsche vermuth-lich auch machen, wenn ihre Zeit gekommen ist,oder vielmehr, sie wird nur auf dem Wege fort-fahren, welchen sie seit mehrern Jahrhundertenbetreten hat. Freylich wehe dem Sprachforscher,der nach ein Paar Jahrhunderten solcher Verfei-nerung die Wurzel eines Wortes aufsuchen will!Aber wer kann dem unaufhörlichen Stufengangemenschlicher Dinge Gränzen vorschreiben, und woist der Tropfen Wassers, der den Strom des Flus-ses hemmen könnte?Was §. Z9« Wenn man nun den Sprachgebrauch ein-
Spmchfch- mahl für dasjenige erkennet, was er wirklich ist, fürler sind, ersten und höchsten Gefetzgeber in einer jedenSprache, so können auch die Gränzen seines Gebie-tes nicht mehr streitig seyn. Er erstreckt sich überalles, was zur Sprache gehöret, über die Bildung,Bedeutung, Biegung und Verbindung der Wörter,über die Art sie auszusprechen, und sie zu schreiben,weil eine jede Abweichung in einem dieser Stückedie Harmonie des Ganzen stören und die allgemeineVerständlichkeit, die erste und einige Absicht derSprache, hindern würde. Was den Sprachge-brauch beleidigt, wird ein Sprachfehler, auchwenn eS die beste Analogie vor sich hätte, wirdaber ein desto größerer Fehler, wBn er zugleich wi-der eine allgemein erkannte oder angenommene Ana-logie anstößt.'
Um Neuerungen in der Orthographie einzufüh-ren, hat man mehrmahls den SchreibeIebranch
von