Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
106
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Einleitung.

che nach der andern ab, bis der ganze Acker abge-pflüget ist. Doch ich kann mich hier bey dem Schrei-begebrauchs nicht länger aufhalten, zumahl da ichbey der jehre von der Orthographie weitläufiger da-von reden werde.Ansehe« §. 40. Daß sich jeder einzele Mensch bald aufder Schrift- diese, bald auf jene Art von dem Sprachgebraucheentfernet, ist kein Einwurf wider dessen Allgemein-heit; es beweiset weiter nichts, als was man ohne-hin schon weiß, daß die Vollkommenheit kein io6endlicher Dinge ist. Jeder einzele Mensch hat sei-ne eigenen Züge, Meinungen und Gesinnungen,und doch können sie eine wohl verbundene Gesell-schaft ausmachen, so fern sie nur in gewissen allge-meinen Meinungen und Gesinnungen überein stim-men, und eben diese dadurch unter sich verbundeneGesellschaften können auf eben dieselbe Art immerwieder höhere Ganze ausmachen, und doch ihre in-dividuellen Eigenheiten selbst in Rücksicht jeder un-tergeordneten Gesellschaft behalten. Eben, das giltauch von den Sprachen. Jeder Menfch hat aller-dings auch darin etwas Eigenes, und dennoch kön-nen alle an einem und eben demselben Orte woh-nende Menschen, mit Weglassung der Eigenheiteneines jeden, eine allgemein verständliche Sprachehaben. Aber auch dieser Ort kann und muß seinEigenes haben, und dennoch können tausend Ortemit allen ihren Eigenheiten in einer ihnen allen ver-ständlichen Provinzial-Sprache oder Mundart über-ein kommen, und hundert solcher Mundarten kön-nen, mitWeglassung ihrer Eigenheiten, wieder in ei-ner allgemeinen Landessprache überein kommen.Diese allgemeine Landessprache ist für Deutschland die Hochdeutsche Mundart, welche, mit Überge-bung aller Eigenheiten der Provinzen, bloß das All-

gemein-

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