Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
127
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i.Kap. Von den Buchstaben. §.6.7. 127

§. 6. Wenn zwey Hülfslaute mit einer und Was eineben derselben Öffnung des Mundes ausgesprochen Doppellautwerden, oder vielmehr, wenn der Mund von einer ist.Öffnung des Mundes unvermerkt und ohne Absatzzur andern übergeht, so entstehet ein Diphthongeoder Doppellaut. Wir haben von solchen Dop-pellauten im Hochdeutschen nur folgende: ai oderay, au, äu, ei oder ey, eu, oi oder oy, und, ob-gleich mir selten, ui: Raiser, Bayern , besserBaiern, Haus, Häuser, bleiben, Ey, Tände-ley, heute, Groirzsch, Boy, besser Boj, pfui.Von diesen kommen ay, ey und oy nur am Endeder Sylben, oi aber nur in eigenen Nahmen vor,wo zuweilen noch die veralteten ou und ow gefun-den werden, Gundgou, besser Sundgau, Di'i-lzon?. Triphthongen oder Dreylaure hat dieHochdeutsche Mundart nicht, denn daß ay, ey undoy dergleichen nicht sind, wird aus der folgendenErklärung des y erhellen. Wenn man den obengegebenen deutlichen Begriff eines Doppellautesnicht aus den Augen setzt, so wird man nicht in Ge-fahr gerathen, aa, ee, ie , und noch weniger ä, öund ü für Doppellaute zu halten. Doch davon her-nach.

§. 7. Die Consonanren oder Hauprlaure Cinthei-werdcn durch den Druck irgend eines Theiles des lung derMundes hervor gebracht. Allein es sind dabey ver- Hauptlati«schiedene Fälle möglich, wobey es theils aufdie da- ^'bey geschäftigen Theile des Mundes selbst, theilsauf die geringere oder größere Stärke des Druckesankommt. Im erstem Falle wirket dabey vorzüg-lich ein Theil des Mundes allein mit Ausschließungaller übrigen, oder es haben auch einige der andernihren Theil an der Entstehung des lautes. Allediese Umstände nun sind die Ursachen der Verschiß

denheit