Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
126
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n6 i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.

Mrind an die bestimmtem, für welche sie sichtbareZeichen hat. Herr Kambert hat in seinem Orga-nen TH.2. S.47 bloß in der Deutschen und Fran-zösischen Sprache siebzehn noch merklich verschiede-ne Hülfslaute entdeckt, welche aus den Mundartennoch ansehnlich vermehret werden konnten.

Die Hochdeutsche Mundart kennet deren nichtmehr als acht, welche von der größten Öffnung desMundes an bis zur kleinsten so auf einander fol-gen: a, ä, e, i, c>, ö, u und ü. Sie bilden eineArt natürlicher Tonleiter, und müßten in dieserRücksicht von dem tiefsten Tone an in folgender Ord-nung stehen: u, 0, a, ö, ä, e, ü, i.

Herr Rector Nmner, dessen philosophischeSprachlehre ich im folgenden mehrmahls anführenwerde, macht S. z6 f. die gründlichen Bemerkun-gen, daß kein Vocal für sich allein oder zu Anfangeeiner Sylbe ohne einen Stoß der iunge ausgespro-chen werden könne, daß dieser Stoß gedoppelt sey,entweder gelinde oder starker, daß die Hebräer undAraber den erstem durch n und den letztem aberdurch n und n ausgedruckt, daß die Griechen zurBezeichnung des erstem den Spiritus lenis, für denletztem aber den Spiritus asper gewahlet, daß aberdie Römer diesen feinen Unterschied vernachlässiget,den gelinden Stoß gar nicht bezeichnet, und denscharfern in der Gestalt des b mit unter die Conso-nanten aufgenommen, worin ihnen denn alle abend-landische Völker gefolget, aber dadurch ihre Vocalein der Aussprache sehr ungleich gemacht, indem siezu Anfange einer Sylbe nothwendig anders lautenmüssen, als nach einem Confonans; das a in ab an-ders als in ba. Es wird niemanden gereuen, diefeSbey ihm selbst weiter ausgeführet zu lesen.