Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

!Z2 i.Th.i.Abschn. Bildung der Wörter.

lien und an den Italienischen Gränzen ihren An-fang nahm, so war es ganz natürlich, daß man da«zu das Lateinische Alphabet entlehnte, welches dennfreylich nicht auf alle Laute der Deutschen Sprachepassen konnte, ob man gleich den wichtigsten Män-geln nach und nach abzuhelfen suchte. Die vor-nehmsten Unbequemlichkeiten, welche sich daher nochjetzt in unsern Schriftzeichen befinden, sind folgende.

1. Es werden einfache Laute mit zusammen ge-setzten Buchstaben ausgedruckt, entweder, weil dieRömer diese Laute nicht hatten, oder sie, wenn sieselbige hatten, aus einer ähnlichen Nachlässigkeit aufeine eben so mangelhaste Art ausdruckten: ch, sct),wenigstens in manchen Fällen, und th, sind zusam-men gesetzte Zeichen einfacher Laute. Die einfa-chen Hülfslaute ä, ö und ü, werden noch jetzt ge-meiniglich mit verdoppelten Zeichen Ae, (!)eund Uegeschrieben. In der größern Schrift kann mandas scharfe s oder ß nicht anders als durch SS aus-drucken.

2. Dagegen hat ein wirklich zusammen gesetz-ter Laut zuweilen ein einfaches Zeichen, r für ks.

z. Oft hat man für einen und eben denselbeneinfachen Laut zwey und mehr Zeichen: k, q und cvor a, o und u; z und c vor e, i; f, v und fürfremde Wörter pH; r und rh; s und s für den ge-linden, s und ß für den geschärften, ß und ss fürden verdoppelten Sauselaut; ä und das tiefere e.

4. Anstatt dieses dem Scheine nach unnützenReichthumes, muß in andern Fällen ein und ebendasselbe Zeichen verschiedene Laute vertreten. Solautet e bald tief, wie ä, bald höher, wie das Latei-nische e; das i ist, besonders in der größern Schrift,bald der Hülsslaut, bald der Hauptlaut Jod; das c

lauter,