F.Kap. Von den Buchstaben. §.io.il. izi
che den schwächsten laut ihrer Classe ausdrucken, wies b, rv, h, i und d, werden die gelinden, die, wel-che ihn stärker nachahmen, wie ß und g, die ge-schärften, und die, welche den stärksten und härte-sten Grad bezeichnen, wie z, p, f, ch, k und r oder rh,die harten genannt.
§. 10. Wenn zwey dieserHauptlaute durch einen Doppelteund eben denselben Druck ohne merkliche Öffnung -Haupt--des Mundes dazwischen hervor gebracht werden,oder vielmehr, wenn der Mund von einer Art desDruckes unvermerkt zur andern übergehet, so' ent-stehet ein doppelter oder zusammen gesetzter Haupt-laut, der entweder aus einerley Hauptlauten beste-hen kann, wie ss, ff, pp, mm, ll, u. s. f. oder ausHauptlauten verschiedener Art, sp, st, ps, ks, (r„> y,u. s. f. Wenn also in einem iaute nicht zwey ineinander übergehende Drucke des Mundes empfun-den werden, so kann derselbe auch für keinen doppel-ten Buchstaben gehalten werden, wofür k und 5 ir-rig von einigen gehalten worden.
§. il. Wenn die Schrift erst nach bereits aus- Mängel dergebildeter Sprache bey einem Volke eingeführet wer- Deursche»den follte, und solches durch erfahrne und einsichts- ^ucy^a-volle Männer geschähe, so würde es ohne Zweifelals das erste und vornehmste Gesetz angesehen wer-den, daß jeder einfache 5aut sein eigenes einfachesZeichen, aber auch nicht mehr als eines haben müß-te. Allein von allen bekannten Sprachen hat keinedieses Gesetz beobachtet, und aus bekannten Ursachenvielleicht nicht beobachten können. Besonders wardbey den Deutschen die Schrift eingeführet, da dieNation noch sehr roh, und ihre Sprache folglichauch noch sehr ungeschlacht und ungebildet war, undda die Cultur unter ihnen bey den Kranken in Gal-
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