243 i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter
andere, wie z.B. in Gesellschaft, veränderliche,Königinnen; wo die erste der betonten Sylbenstarker betont ist, als die andere. Einen solchenstarkern Ton wollen wir den Hauptton oder vol-len Ton, den schwacher« aber den Nebenron oderhalben Ton nennen.
2. In Ansehung der Dauer, oder der Zeit, wielange die Stimme auf der heraus gehobenen Sylberuhet, ist der Ton entweder gedehnt, wenn er sichlanger aus dem Hülfslaute verweilet, wie in Schaf,schief, schlafen, graben; oder geschärft, wenner die Sylbe zwar erhebt, aber sie auch schnell wie-der verläßt, wie in blitz, ploylich, gib, ab.
Unsere gewöhnlichen Sprachlehrer nennen, washier gedehnt heißt, lang, und das geschärfte kurz,bereiten sich aber dadurch tausend Verlegenheitenzu, weil sie nun keine Nahmen für die halb - und un-betonten Sylben übrig haben, und daher in lauterIrrthümer und Verwirrungen gerathen.
Wir werden daher die Ausdrücke lang und Lur;in diesem Verstände nie gebrauchen, und am Endedieses Kapitels sehen, daß jede Sylbe, welche denHauptton hat, er sey übrigens gedehnt oder ge-schärft, in der Prosodie lang, jede mit dem Ne-bentone versehene Sylbe, er sey gedehnt oder ge-schärft, gleichgültig, jede unbetonte Sylbe aberkurz ist; durch welche leichte und sehr bestimmteRegel alle Schwierigkeiten in der Deutschen Pro-sodie wegfallen.
Grund des §> 82. Der Wortton hängt im Deutschen über-Deutschen Haupt von der größern oder geringern BestimmtheitTones. der Wörter und Sylben und von der Wichtigkeit ih-res Verhältnisses zur ganzen Vorstellung ab. Jemehr sie ihrer Bedeutung nach bestimmt sind, oder
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