z. Kap. Von'den» Tone. §. 8z. 251
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Diese Sorgfalt der Sprachersinder, den Tonallemahl auf die Wurzelfylbe zu legen, scheinet derNatur so gemäß, und so tief in der Absicht desSprechenden gegründet zu seyn, daß man diese Ei-genschaft bey einer jeden alten und unvermischtenSprache vermuthen sollte, ob sie gleich durch Ver-mischung mit andern Sprachen, durch Häufung derAbleitungssylben und durch andere Umstände ver-lohren gehen kann. Bey der so alten und einfachenHebräischen Sprache, welche durch ihren ganzenBau die Kindheit des Verstandes verräth, dem sieihre Ausbildung zu verdanken hat, sollte man sie amersten vermuthen. Allein nach der heutigen Ton-lehre der Hebräischen Grammatiken finden sich da-von in dieser Sprache wenig Spuren. Ist etwader wahre Ton in dieser Sprache von den späternSprachlehrern eben so sehr verkannt worden, als erbisher in der Deutschen verkannt war, wo man dieseso wichtige und merkwürdige Eigenschaft so langeübersehen hat?
Die Deutsche Sprache hat diesen untrüglichenBeweis ihrer Ursprünglichst und Reinigkeit vor-nehmlich dem Umstände zu danken, daß sie mit ih-ren Ableitungssylben von je her sehr sparsam um-gegangen ist, und sie nicht ohne Noth gehäufet hat.Zwar verräth die Oberdeutsche Mundart, besondersin den mittlern Jahrhunderten, in dem Zeitpuncte ih-res Wohlstandes und ihrer Blüthe einen entschiede-nen Hang zur gedankenlosen Häufung der Ablei-tungssylben, wie unter andern aus ihren vielen Ad-jectiven und Adverbien auflich und liehen erhellet:gehorsamlich, dankdarlich, sichrbarlichcn,
wonnig-