Kap. Von dem Tone. §. 86. 255
dichcungcn, Haringe, fleischichte, Jünglinge,Lieblinge, spielende. 4. Die zusammen gesetzteAbleitungssylbe cnzen, welche doch im Hochdeut-schen nicht leicht vorkommt, und einen halben Tonhat: Jüdenzen, Böckenzen. 5. Einige alte derVerfeinerung der Sprache entgangene Ableitungs-sylben, vermuthlich , weil man in der Kindheit derSprache jedes abgeleitete Wort als ein zusammengesetztes betrachtete, und daher auch jedem Theileseinen Ton ließ, daher diese Ableitungssylben nebst . .ihrer alten Gestalt auch ihren ehemahligen halbenTon behalten haben: Heiland, Arbeit, Leu-mund, Heimath, Armuth, Brosame, ähorsnen, Öheim, Herold, Vastard, u. s. f.
§. Z6. Beyde Arten des Tones, sowohl der volle Gedehnte»oder Hauptton, als der halbe oder Nebenton, sind «"d ge-entweder gedehnt oder geschärft. Der erste ver-weilet länger aus dem Hülssworte, und der folgendeHauptlaur kann alsdann eigentlich nur einfach ge-sprochen und geschrieben werden: Gäbe, erfah-ren, leben, geben, Häken, süß, fließen, Schoß.Der geschärfte Ton erhebt zwar auch die Stimmein Aussprcchung des Vocales, eilet aber schnell überdenselben hin und wendet die ihm übrigeZeit an denConsonanS, der daher eigentlich doppelt lauten muß,wenn er keinen andern zur Begleitung hat: fallen,Becr, Häcke, Fälle, härt, schnirzen.
Ausnahmen machen hier besonders diejenigenFalle, wo die Ableitung oder Biegung zwey Haupt-laute hinter einer gedehnten Sylbe zusammen bringt:du liebst, erfühlt, der schönste, (nicht schon- -fte,) begegnen, tVeiyen, für Mett-sen, sprei-zen, Begierde, Behörde, Beschwerde, Ge-berde, Gemählde, Labsal, die Jagd, nicht
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