Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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2. Dessen Bildung. K. iz6. 319

abgeleiteten Wörtern, welches aber von keinem eini-gen erwiesen werden kann. 2. Ist es nicht begreiff-lich, warum man das weibliche Geschlecht gerade anLcke, Ehle,Ege, Eule, Achse, Ameise, Ante,Arche, Asche, Äsche, Aspe, Bahre, Base,Beere, Bohle, Bohne, Diele, Docke, Dohle,Erde, Galle , Barbe, Birke, Dince, Farbeu. s. f. bezeichnet, und es an eben so vielen andernunbezeichnet gelassen haben sollte: Art, Frau,Bahn, Burg, Furcht, Hand, Draur, Flur,Nacht, Noth, Gier, Haut, Huch, Ruh,Laus, Rost, Lift, Luft, Luft, Maft, Milz ,Nacht, Rluft, Rraft, Pein, Pest, u. s. f. Da-gegen man es häufig an Masculinis und Neutrisfindet: der Dolle oder Bulle, Garte, Göye,Hirte, Drache u. s. f. z. Fast alle weibliche Wör-ter, welche jetzt ein e haben, kommen in den älternOberdeutschen Mundarten und noch häufig in denneuern ohne dasselbe vor, ohne daß dadurch ihr Ge-schlecht zweifelhaft würde. Überdieß ist es 4. ganzwider den alten und neuen Deutschen Sprachge-brauch, das Geschlecht an den Hauptwörtern durcheigene Biegungssylben zu bezeichnen. Es ist daherdieß so genannte rveibliche e nichts anders, als dasmildernde e, welches die Deutsche Sprache vonihrer ersten Cultur an gebrauchte, die einsylbigenHauptwörter wohllautender, vielleicht auch demKlänge nach vollständiger zu machen, weil dasHauptwort doch einmahl der erste und vornehmsteRedetheil ist. Die Hochdeutschen, bey welchen die«Sprache fortfuhr, auf dem einmahl betretenen We-ge fortzugehen, wandten dieses e unter andern auchdazu an, die weiche Aussprache der Endlaute in al-len Wörtern dadurch zu bezeichnen: Glaube, Liesde, Friede, Näse, blöde, müde, rräge. Dis

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