Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
326
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Z26 !.TH. 2.Abschn. 2.Kap. Substantiv»

Ableitungssylbe sehr unnöthig die Deutsche ange-hängt, indessen sind sie nun allgemein eingeführet.Äbtissinn von ^bliznilg, ist die Vorgesetzte einesweiblichen Klosters, Äbrinn aber die Gattinn eineslutherischen Abtes. Sehr häufig wird diese Ablei-tungssylbe auch den eigenen Geschlechtsnahmen an-gehängt, die Gattinn oder Tochter eines Mannes zubezeichnen, ZtnnalVolfinn, Elisabeth Schwar-zinn, da sie denn im gemeinen leben oft in dieSylbe cn übergehet, Anna N>olfen, JungferSchwarzen. Wenn das Geschlecht schon durchandere Beysätze bestimmt ist, so ist solches unnö-thig, LraulVolf, IunIser Graf, ElisabethSchwarz; ist aber nothwendig, wenn sich keineandere Bestimmung dabey befindet, die Aüstne-rinn, Schwarzinn, ^Vslsinn. Den Umlautbekommt der männliche Nahme in diesem Fallenie, also nicht N)ölfinn. Man hat das dop-pelte n in dieser Ableitungssylbe getadelt, weil sieals eins solche keines völligen Tones, folglich auchkeiner Verdoppelung des Hauptlauteö fähig sey.Allein, da sie, wenigstens im Hochdeutschen, merk-lich geschärft lalltet, welche Schärfung im Pluralnoch deutlicher ist, Königinnen, Fürstinnen,vermuthlich weil ihre Bedeutung ehedem sehr be-stimmt war, so hat diese Verdoppelung nichts tadel-haftes. Findet sie doch auch in der Ableitung nistStatt, Finsterniß, Finsternisse, wo noch niemanddieses gedoppelte s getadelt hat. Man würde auchdurch die Schreibart in nichts gewinnen, sondernin der lehre vom Tone nur eine Ausnahme mehrmachen müssen. Die ältere Oberdeutsche Mundartschrieb sie daher auch im Singular beständig inne,KumZmne. Weitläufiger ist von dieser Ableitungs-sylbe in meinem Wörterbuche gehandelt worden.

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