Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
535
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5. Von der Declination. §, 24z. 535

§. 24z. Es ist im vorigen mehrmahls gesagt V» demworden, daß der Dativ und Accusativ an den eige- Datlv undnen Nahmen auf en oder n sehr oft ein Zeichen der Accusativ.Vertraulichkeit oder Geringschätzung ist, und dahernicht ohne Unterschied gebraucht werden dürfe:Louisen, Marien, Josephen, Friedrichen. Ichweiß keine andere Ursache davon, als weil diese En-dung hier nicht ein bloßes Zeichen des Casus, son-dern zugleich der nachgesetzte Artikel ist, welcher nurnoch zuweilen im gemeinen Heben vorkommt. Hierhöret man noch oft, ich will zu Rarern gehen,ich will es Muttern sagen, rufe mir Brü-dern, wo das angehängte n nichts anders seynkann, als der Articulus postpositjvus. Siehe auch§. 258. Da nun dieser in der xdlern Schreibartan den Appellativen veraltet ist, so klebet ihm auchbey den eigenen Nahmen ein vertraulicher und ver- ,achtlicher Nebenbegriff an, welchen man durch dieDeclination, vermittelst des Artikels, und noch mehrdurch eine Apposition, vermeidet; derL.ouisa, derJungfrau Maria, dem Naiser Joseph. In-dessen kann sich die dichterische Schreibart, welchemanche gemeine Formen adelt, und z. B. alles mitdu anredet, ohne Geringschätzung zu verrathen, die-ses Datives und Accusatives ohne Anstoß bedienen.Da dem Genitive nichts von diesem Unedlen an-klebt, so scheinet es, daß der Nebenbegriff des Ar-tikels in demselben schwächer sey, und die Flexionam meisten hervor steche.

Wenn man indessen bey dem Gebrauche desDatives und Accusatives keine Bedenkiichkeit fin-det, so kann doch ihr Gleichlaut Dunkelheit veran-lassen. Z. B. ich habe Gottfrieden Schwar-zen empfohlen; wo ungewiß ist, welcher Nahme

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