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mit Weglassung der Ableitungssylbe für siedenzig,achtzig, neunzig. Es ist nicht unwahrschein-lich, daß diese Sylbe aus dein Worte Fug entstan-den, indem man bey der ersten einfachen Art zuzählen immer zehen Einheiten zusammen geleget,und dann eine solche Sammlung nach der andernzu der ersten gezogen, und daher jede solche Samm-lung von zehen Einheiten einen Fug genannt, sodaß, z. B. vierzig so viel bedeutet als vier Züge^Allein, wenn man keinen weitern Beweis, als dieWahrscheinlichkeit, hat, so ist es wenigstens eben sowahrscheinlich, daß zig hier soviel als zeh-en be-deutet, und aus einer alten jeht unbekannten Mund-ort entlehnet worden, aus welcher auch zwanzigfür Zweyzig, nebst andern Abweichungen, seinenUrsprung haben kann; so daß z. B. vierzig so vielbedeutet als vier Mahl zehen. Wenigstens istjene Wahrscheinlichkeit kein hinlänglicher Grund,die allgemeine Schreibart wider die allgemeine Aus-sprache des ganzen Dcutschlandes zu ändern, undvierzüg, dreyzüg u. s. f. zu schreiben, welche Ände-rung nicht einmahl hinreicht, den Bau des Wortesauszuschließen, weil man alsdann vielmehr vier--züge, oder noch richtiger vier Züge, drey Zügeu, s. f. schreiben, und auch zwanzig in zwey Fügeummodeln müßte. Und was wäre am Ende derDeutlichkeit damit geholfen, da die Art nach Zügenzu zahlen längst veraltet ist, und wir jeht bey der-gleichen Zahlen allemahl fo viele Zehner geden-ken, als der vorstehende Einer angibt? Üdri-gens lautet diese Sylbe bey den alten Alemannischenund Frankischen Schriftstellern bald ? cl >> bald
bald ?c^, im Angelsächsischen und Nieder-sächslschen tig, im Salischen Gesetze roc, im Schwe-dischen tio, im Isländischen ti^, i,n Englischen r/,
welche