584 i.TH. 2.Abschn. 4. Kap.
einem Gattnngsworte begriffenen Einheiten, ob-gleich auf verschiedene Art, wie all, jeder, jegli-cher nnd keiner; oder nur einen beträchtlichen Theilderselben, wieviel und mancher; oder nur einengeringen Theil, wie roenig, einig, eclich undetrvas.-
Es scheinet, daß das dunkle Gefühl der Ähnlich-keit, welches die Sprachen erfand und ausbildete,bey diesen Wörtern schwankend und unbestimmt ge-wesen, und es unentschieden gelassen, zu welchenRedetheilen sie gerechnet werden sollten. Zwargehören sie dem Begriffe Nach unstreitig zu den Zahl-wörtern; nur in der Art und Weise, wie dieser Be-griff ausgedruckt wird, weichen sie von ihnen ab,indem die meisten den Umfang, welchen sie bezeich-nen, als eine concrescirte Eigenschaft darstellen, undin so sern zu den Adjectiven gehören. Auf der an-dern Seite können wenigstens einige derselben, z.B.jeder, jeglicher, mancher u. s. f. Zu den Pronomi-nibus gerechnet werden, so fern sie als Bestim-mungswörter des zufälligen Umfanges der Personoder der Persönlichkeit angesehen werden. Bey die-sen Umstanden ist es eben nicht zu bewundern, daßdie Deutschen Sprachlehrer in Ansehung dieser Wör-ter so unentschlossen sind, und sie bald zu den Ad-jectiven, bald zu den Pronominibus, und bald zuden Zahlwörtern rechnen.
Ich glaube Grund zu haben, sie bey den Zahl-wörtern zu lassen, nicht bloß um des Begriffes wil-len, sondern um der Vorstellungsart willen. Zahl-wörter im engsten und eigentlichen Verstände sindunconcrescirte Umstandswörter, welche den Umfangdes Appellativ! bestimmen; bekommt ein solchesWort vollständige Bi?gungszeichen, und wird folg-lich der Umstand als eine Eigenschaft dargestellet,
wie