596 i. Th. 2.Abschn. 4. Kap.
Geld ausgeben; wenigen Fleiß anwenden;ich habe wenige Zeit inchr übrig.
Wenn viel und wenig auf diese concresciert«Art gebraucht werden sollen, und es gehet kein an-deres concresciertes Bestimmungswort vor ihnenher, so werden sie wie ein anderes Adjectivum nachder dritten Art der Adjective gebeuget: vielerMein, viele Tugend, vieles Geld; wenigerN?ein> rvenige Tugend, weniges Geld; dasie denn auch im männlichen und sachlichen Genitivder Einheit nicht es, sondern en bekommen: vie?len, wenigen Meines wegen; vieler, wenigerTugend halben u.s. f. So auch im Plural: vie-ler, wenigerMenschen 5Voh! befördern.
Wo auch das Neutrum vieles häufig ohne Sub-stantiv und absolute g< braucht wird, für das uncon-crescierte viel, und alsdann die Selbständigkeit ver-mittelst der ungewissen Concretions-Sylbe es zu-gleich mit bestimmt, woraus zugleich dessen Unter-schied von viel erhellet: ich habe ihnen vieles zusagen, vieles zu danken; aber, ihm ist nichtviel zu glauben. TVemg bleibt in diefem Falleunconcresciert: ich habe ihnen wenig zu sagen^wenig zu danken. Soll es auf diese Art concre-sciert werden, so muß es den unbestimmten Artikelbekommen: ein weniges. Nach- diesem Musterauch ein vieles zu sagen, war eine GottschedischeGrille, welche den ganzen Sprachgebrauch widersich hat.
Fort- §. 279. Aus allein scheinet zu erhellen, daß we-se>Mg. nig bey der Cultur der Sprache vernachlässiget wor-den, indem es nicht in allen Fällen mit/o vollständig> gen Biegungslauten versehen worden,'als dessenGegensatz viel, sondern selbst in der edlern Schreib-art