Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
608
Einzelbild herunterladen
 

6o8 i.TH. 2.Abschn. 5. Kap.

Selbständigkeit der Umstand der Person u. s. f. ge-höret. Man kann noch das Derdum dazu nehnwn,welches eigentlich ein aus zwey andern zusammengezogener Nedetheil ist, und eine in der Beylegungbegriffene Beschaffenheit bezeichnet: grün, grünseyn, der Maid ist grün; da ist grün das Ad-verbium, weil es eiue Beschaffenheit bezeichnet, dievon dem Walde abgesondert gedacht wird, und da-her erst vermittelst des Verbi von demselben gesagtwerden muß. Der grüne ^Vald, wo das Be-stimmungswort das Adjectiv ist, weil hier die Be-schaffenheit dem Walde einverleibt ausgedruckt wird.Hingegen der Vv>ald grüner; da ist grüner dasVerbum, weil e6 die Beschaffenheit, als in der Bey-legung begriffen, vorstelier.

Ich sollte glauben, dieser Unterschied des Ad-jectiv! von dein Adverbs wäre so einleuchtend undleicht, zumahl wenn man die Concretions-Sylbedes erstem dazu nimmt, daß ihn niemand verken-nen, und auch ein Kind ihn fassen könnte. Indes-sen haben ihn doch alle Deutsche Sprachlehrer ver-fehlet, und beyde auf die seltsamste Art miteinan-der verwirret« So oft eine Beschaffenheit vermit-telst eines Verbi von einem selbständigen Dingeprädiciret wird, muß es auch ein Adjectivum heis-sen, aber was für ein Adjectivum? ein Adjecti-vum im Nrstande, in der Adverbial-Form;Nahmen, wobey man deutlich weiter nichts denkenkann, als ein Adjectivum, welches kein Adjectivumtst. Es ist indessen leicht einzusehen, was sie zudieser Verwirrung der Begriffe verleitet hat. Sieempfanden dunrel, daß man den Umstand von derDesci)afsenhcic,das Umstandsworc von dem Ve-schaffeiu/^itsworce unterscheiden, und folglich die-jenigen Wörter, welche man gemeiniglich unter dem

Nahmen