Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
652
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652 I. Tl). 2. Abschn. 5. Kap.

sich entschließen müssen, dieses ist die andereMühe; ferner haben sie das Geld dafür nachBerlin geschickt, dieses ist die dritte Mühe/Gell. Man hat behaupten wollen, daß ander nuralsdann gebraucht werden könne und müsse, wennvon zweyen Dingen die Rede ist, aber keinen an-dern Beweis dafür angeführet, als den ahn-ichenGebrauch des Lateinischen slrer. Allein, wie kön-nen fremde Analogien der Deutschen Sprache Ge-setze vorschreiben? Das Lateinische aker wird in sol-chen Fallen zweymahl gesetzt, und bedeutet im erstenFalle der erste; etwa so auch das Deutsche ande-res Der Abstammung nach sind und anderallerdings verwandt, allein daraus folgt nicht, daßsie sich auch im Gebrauche vollkommen gleich seynmüssen. Ander ist als eine Ordnungszahl im Deut-schen von jeher mit zweyte gleich bedeutend ge-braucht worden, die Beweise davon findet man inmeinem Wörterbuche; indessen gebraucht man esim Hochdeutschen als eine Ordnungszahl seltener,besonders wenn eine Verwechselung mit dem folgen-den Adjective zu besorgen ist: den andern (Lag,bestimmter, den zweyten Tag. Im Oberdeut-schen ist das Zahlwort von dem Adjectivo schon inder Bildung verschieden, denn da lautet jenes mitdein Biegungölaute für die Ordnungszahlen deränderte, und das davon abgeleitete Adverbium an-dercenö, für zweyrens.

2. Das Adjectivum wird wieder in einer gedop-pelten Hauptbedeutung gebraucht, (i) Eines vonzweyen zu bezeichnen, im Gegensatze des ein: hierfind zwey Ducaten , der eine ist ein Holländi-scher, der andere ein Ungarischer; einem gefälltdieß, dem andern jenes; ans einer Sprachein die andere übersetzen; einer nach dein an-dern.