Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
671
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Von dem Pronomine. §. M. 671

gen Bestimmungswörtern des Substantives. Dasie nun an keinem derselbe» etwas Beständiges ist,so kann sie auch für kein charakterisches Merkmahlangenommen werden, und also weder zum Grundeder Benennung, noch der Erklärung der Pronomi-num dienen.

Indessen ist es nicht schwer, diesem Irrthumeauf die Spur zu kommen, und zu errathen, was den-selben veranlasset. Anfänglich kannte man vermuth-lich keine andern Pronomina, als die persönlichen,und da diese gemeiniglich an Statt des Nahmensder Dinge gesetzt werden, so war es leicht zu verzei-hen, daß man sie darnach benannte, zumahl da dieGrammatik, als eine freye Kunst, es einmahl her-zebracht hatte, leicht über der Oberstäche weg zu ur-theilen. Man fand aber bald, daß Bestim-mungswörter gebe, welche noch andere Verhältnissebezeichneten; weil man nun nicht wußte, was manmit ihnen anfangen sollte, und sie doch auch zuwei-len die Stelle der Substantiv? vertraten, so rechneteman sie nach und nach zu den PronominibuS.

Das Pronomen ward also ein allgemeines Fach,worein man alles warf, was sich nicht schicklich zueinem der andern Redetheile rechnen lassen wollte.Dabey blieb der alte Nahme, so wenig er auch nun-mehr weiter darauf paßte. Es wird auch in derThat so leicht nicht seyn, einen schicklichen allgemeinnen Nahmen für dieselben zu erfinden, da sich nichteinmahl ein anderer bestimmter Begriff von ihnenwird geben lassen, als daß es Bestimmungswörterdes Substantives sind, welche alle übrigen zufälli-gen Verhältnisse desselben außer der Selbständigkeitund dem Umfange ausdrucken. Ich habe daherden einmahl gangbaren Lateinischen Nahmen behal-ten, weil er bereits so bekannt ist, daß man an des-sen