792 i. Tl). 2.Abschn. 7. Kap.
tungen bey der Umbildung dieser Verborum zurregulären Form übersehen wurden, oder vielmehr,weil man beyde Bedeutungen erst nach der Zeit, dabeyde Verba im Hochdeutschen schon regulär gebcu-get wurde», aus Oberdeutschen Mundarten aus-nahm, wo sie noch irregulär gingen. Pflegenwird noch jetzt in den meisten Oberdeutschen Pro-vinzen in allen seinen Bedeutungen irregulär ge-beuget,
Requlare H. 422. Wenn Verba vermittelst einer Endsyl-aHgeleirete. h» irregulären VerbiS abgeleitet werden, so ge-hen jene allemahl regulär, ohn? Zweijfel, weil dieseAbleitung schoil in diejenigen Zeiten fällt, da mandie Sprache nicht mehr ganz nach der dunkeln Em-pfindung des Hörbaren, sondern mehr nach klarenVorstellungen, bearbeitete. Daher werden strei-cheln, empfinde!,;, brennzein, beficlsj'gen,schneiteln, sticheln, stochern u. s. f. regulär ge-bcuget, obgleich ihre Stammwörter streichen, em-psinden, brennen, beflcisscn, schneiden undstechen irregulär gehen. Eben so oft nehmen ir-reguläre Verba, wenn sie mit andern Wörtern zu-sammen geseht werden, die reguläre Conjugationan: abgleiche. 11, rarhschlagen und berachjchia-gcn, das im Hochdeutschen ungewöhnliche l'ans-schlagen, bewillkommen, handhaben, rv.deKbrechen, veranlagen, verhängen, verleiden,verspeyen, ninringen gehen regulär, wenn gleichdie einfachern Verba irregulär sind. Zuweilen wer-den auch Ableitungen mit Vo-rsylben von irregulä-ren Stammwörtern regulär gebengct, z. B. be-scheren, zutheilen, eine Sradt berennen.
Man würde sich irren, wenn man in diesen undden vorigen Fällen deutlich erkannte Gründe, odergeheime Ursachen dieser abweichenden Conjugations-
Arten