Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
874
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874 r. Th. 2. Abschn. 7. Kap»

ten. Da das Deutsche Reciprocum das Subject,nur so fern als es der thatige Gegenstand ist, zu demleidenden Gegenstände macht, so ist es auch keinesPassivi fähig, weil hier das Subject der leidendeGegenstand ist, ob man gleich durch die Umschrei-bung eine Art von ReciprociS Passwis bilden kann:er wird von sich selbst verachter.

Reciproca §. 44?. Da fast ein jedes Prädicat vermittelstim engsten des Pronominis reciproci auf das Subject zurückVerstände, aMh^t werden kann, so lassen sich auch die meistenVerba als Reciproca gebrauchen: ich waschemich, du quälest dich, sie schlagen sich, wirvereinigen uns, ihr radelt euch. Selbst Neu-tra: er lacht sich krank, ich gehe mich müde,laufe mich aus dem Athem u. s. f. Oft be-kommt das Intransitivum oder Abfolutum durchden reciproken Gebrauch noch eine figürliche Neben-bedeutung , in welcher nicht auf andere Art ge-braucht werden kann: sich vergessen, sich befin-den, sich fürchten, sich bedenken, sich vor er-was scheuen, sich verantworten, sich auf et-was berufen, sich hürhen u. f. f. Im engstenVerstände nennt man nur diejenigen Verba Reci-proca, welche entweder gar nicht, oder nur meinergewissen Bedeutung, nicht absolut gebraucht wer-den können, dergleichen wir im Deutschen viele ha-ben, z. B. sich abmüßigen, sich anmaßen, sichanschicken, sich auftchwingen, sich begeben,sich balgen, das gemeine sich bedanken, sichbehelfen, sich bemächtigen, sich berühmen,sich freuen, sich grämen, sich sehnen u. s. f.

Ihre Con- §. 444. In der Conjugation haben sie nichts be-jvsMvn. sond^s, indem das Pronomen reciprocum allemahlda stehet, wo ein jedes anderes Pronomen, wenn es

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