Verbum. 9. Reciprscum. §.441.442. 87z
reciproeum, welches eben um dieser Verborum wil-len da ist. Daß man in einigen Oberdeutschen Ge-genden anstatt der Pronominum reciprecorum oftdie persönlichen braucht, er bildet es ihm ein, sienehmen es ihnen, für sich, ist scl)vn bey den Pro-nominibuS bemerket worden.
Wir haben im Deutschen keinen schicklichenNahmen für diese Verba; denn Gottscheds und an-derer zurück kehrende Zeitwörter ist weitschwei-fig und dunkel, und enthalt zugleich eine der Miß-deutung unterworfene Figur. Das rückkehrlicheZeitwort anderer ist noch um, ein Paar Gradeschlechter, weil es zugleich den Sprachgebrauch be-leidig/. RücKehrend würde erträglicher seyn, wennanders die ganze Vorstellnngsart etwas taugte.
§. 442. Die Eintheilung der Verborum in ab- Ihrc- Form,solma und reciproca gehet eigentlich nur die tran-sitive-! an, und sie auch ans die intransitiven auszu-dehnen, würde ein wenig unschicklich seyn, weil dieseeigentlich gar keinen leidenden Gegenstand bezeich-nen. Wenn daher Intransitiva als Reciproca ge-braucht werden, ich gehe mich müde, so werdensie dadurch zugleich transitiv, indem sie wirklich einenleidenden Gegenstand bekommen, der aber mit demSubjecte nur ein und eben dajselbe Ding ausmacht.Alle Reciproca sind folglich der Form nach Activa,weil sie ihren leidenden Gegenstand haben, und wer-den daher in den zusammen gesetzten Zeiten auchallemahl und ohne AnSnahme mit dem Hülsswortehaben verbunden, selbst wenn sie aus NeutriS ent-standen sind, welche als solche das Hülfswort seynerfordern: reiten, ich bin nach Berlin geritten,wir sind sparzieren geritten; aber, ich habemich müde geritten, er hat sich wund gerit-
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