Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
876
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8?6 i.TH. T.Abschn. 7. Kap.

däncht und mich däucht, wovon doch das letzteream gewöhnlichsten ist. Siehe mein Wörterbuch»

Wenn außer dem leidenden Gegenstande auchnoch der Gegenstand der Sache ausgedruckt werdensoll, und das Verbum denselben im Genitiv erfor-dert, (S. §. 716.) so.kann auch dieser zuweilen mitdem Subjecte und dem leidenden Gegenstande einer-ley seyn, und alsdann wird er durch den Genitiv desPronominjs reciproci ausgedruckt: erbarme dichdeiner, oder deiner selbst, ich schäme michdeiner.

Gebrauch §. 446. Es gibt einen Fall, wo für das Prono-des eiiiK!,- men reciprocum, wenn es im Accusativ!.' des Plu-b^« ralis stehen sollte, um der Deutlichkeit wegen ein-ander gesetzt werden kann. Dieser Fall ist, wenndas Pradicat des Verbi von der ganzen mehrfachenZahl des Subjectes überhaupt, nicht aber von je-dem Jndioiduo insbesondere Kefagt werden soll;sie lieben sich wie Äinder, oder sie lieben ein-ander wie Minder; sie sind sich alle gleich,oder sie sind einander alle gleich; wir sehenuns alle ähnlich, oder wir sehen einander alleähnlich. Muß aber das Pradicat des Verbi vonjedem Individuo der mehrfachen Zahl verstandenwerden, so kann nur allein sich stehen: sie schä-men sich.

So hatte ich diese Regel in der Sprachlehreausgedruckt; allein bey reiflicherer Prüfung sehe ich,daß sie nicht völlig Stich halt, unter andern auchdarum, weil es nicht allemahl deutlich zu bestimmenist/ob das Pradicat des Verbi auf das Ganze über-haupt, oder auf jedes Individuum besonders zurückgeführct werden soll. Und wenn es auch wäre, sowürde in dem letzter» Falle eigentlich einander ste-hen