„Unveränderliche Wahrheit giebt es eben„so wenig, als unveränderliche Men-„schcneinsicht.Also kann die Wahrheit verändert werden: Daßein Gott, daß eine Vorsehung, daß eine Tugend,und diese Tugend nöthig sei; daß Menschen sich diePflichten des bürgerlichen Lebens schuldig sind; daß,wir wollen es nun aufe Physische anwenden, daßeine Sonne scheine, Menschen existiren, und einLcwc sich zu einem Kritiker aufwerfen könne; daßLayen Philosophen lasiern, und Unsinn erzählen,und selbst nicht wissen, was sie sagen wollen. Alleeinfachen Sätze der vernünftigen Speculation, allemathematische und arithmetische Sähe wären unge-wiß? also veränderten sich die menschlichen Ein-sichten zum Nachtheil der Wahrheit, und nicht zuihrem Vortheile? Wenn man so etwas in einemTollhause sagte, lieber Jannes! so wäre es zuverzeihen. Sage mir, wie ein Verfechter des Zu,denthums und ein vermuthlicher Christ, etwasbehaupten kann, das alle seine Einsichten undGründe (doch die hat er nie gezeigt) und Be,hauptungen, für Unwahrheiten erklahrr.
Ohngeach,