Ohngeachtet dieser unsinnigen Behauptung,fragt der Laye in einem Dclirio voll Widerspruch„Und wo ist dann das, was bey Moses„Vvahrheit war, durch >Lhrisnnn oder die„Vernunft Irrthum geworden?" Also kanneine Wahrheit verändert werden, und doch dieselbeWahrheit bleiben, die sie bei ihrer Entstehung war?Komisch genug! Soviel ist mir berannt, lieber Ian-nes! daß man Wahrheiten durch höhere Gradeeiner verbesserten Äcwcisart, zu mehrerer Evi-denz erheben, sie mit neuen zukommenden Vcr-nunftsatzcn unterstützen; aber nicht. davon, baßmai, Wahrheit umändern rönne; daß sie bei verän-derten Mcnschcneinsichten etwas anders werden,und doch dasselbe.bleiben könne, was sie wTU",das ist über alle menschliche Philosophie, und —wahrer Unsinn. Du weißt, daß über die reinenVernunftsätzc, so wie über jene der Erfahrung, dievernünftigen Mcnschencinsichten eben so unverä«.dcrlich bleiben, als ihre unznsammengesebte Ob-jecte; du weißt, daß positive Wahrheit ganz un-veränderlich, ihrer Natur nach seyn muß; und ichbedarf es wohl nicht, hierüber noch ein Wort zuverlieren; und dieses wird genug senn, eine rich-C ? rige
Druckschrift
Brief des heiligen Jambres in Elysium an seinen Freund Jannes, im Limbus der Väter den schwarzen Mann auf dem Berge Sinai betreffend
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37
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