Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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willens diesen Versuch besondere drucken zu lassen;aber Sie haben ein näher Recht an mich, als alleBuchführer. Es ist das erstemal, daß ich über die»scn Gegenstand denke, und ich habe nicht einmal alleSchriftsteller, die von der Schönheit geschrieben ha-ben. ^>ch hoffe, Herr Riedel wird es nicht übelnehmen, daß ich in einigen Meynungen der Antipodevon ihm seyn muß; nicht Widerlegung, sondern Wahr»heit ist mein einziger Endzweck. Ich habe gegen denArchivar bewiesen , daß die Meynung von Vsr Ver»ändcrlichreit der Gefchmocksregeln nicht neu, sondernalt sey ; gegen Herr RirdclN, daß es objective Schön»heit gäbe, daß Schönheit nicht immer ein «e^T'ovsey. In der Forts-Pung denke ich einen Begriff derSchönheit vorzutragen, der mir deswegen der wahreund einzige zu seyn scheint, weil alle Phanomena derSchönheit daraus fliessen, wenn er auch den bisherangenommenen Systemen nicht angemessen seyn sollte.Denn das ist mein wenigster Kummer. Ich suchezwischen der Englischen und Deutschen Mode zu phi»losovhircn einen Mittelweg , der meiner Einsicht nachder beste ist.

Es hangt von Ihnen ab, ob Sie meinen Namenüber den Versuch von der Schönheit seßen wollen,oder nicht. Ich unterwerfe mich hier durchaus Ih»rem Urtheile.

Ich schließe, damit ich noch ein Paar Zeilen anHerr Ricdeln schreiben kann, und nachdem ich mich^hrer Muse bestens empfohlen habe, bin ich mit ewi»ger Hochachtung und Verehrung ;c.

End»