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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
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Höhne zu p); nach deren Namen q) die Nachbarn desMeers Ingawoner r), die mitten im Lande, Hermi-

noner

ein uraltes Städtchen, Namens Duytz, und in West-phalen Duisburg , die daher benennt sind.

p) Da die Germaner seit undenklichen Zeiten mittelbarePflanzer aus Asien sind, sie mögen nun von denThraciern, oder von einem andern Volk hcrstammen:so ist zu vermuthen, (auch aus andern Sagen, z.E. in den Edden) daß die Tradition von dem ncucilAnbau der Erde durch Noah und seine Söhne, sichmittelst der Colonistcn oder Einwanderer fortgepflanzthabe; nur wurde sie durch die Lange der?eitverfälscht, und mit den Volkosagcn der ältestenNationalgeschichte vermischt.

<\) Tacitus machte sich hier eine unrichtige Vorstellung;daher auch die unrichtige Deutung : er mcynte, wie mandeutlich sieht, daß der eine Sohn (etwa) Iilgav,der andere Jstav und der dritteHerMin gehcissen habe.Mer es ist offenbar, daß diese Namen deutscher Völ-ker wegen der Lage ihrer Wohnplatze gegeben wur-den. In dem ganzen römischen (auch griechischen)Alterthum kommen sie nach dem Tacitus nicht wie-der vor, da doch die Kenntniß von Deutschland bey denRömern täglich zunahm: ein Beweiß, daß diese Namennicht als bestandige Namen üblich waren, daß mansie vielleicht nur bey Gelegenheit, um die Gegendender Bewohner zu bezeichnen vorübergehend brauchte.

0 Ingawoner, wahrscheinlich von Jng oder Jnfl?,,Meer, und woncn!, zusammengesetzt, also nicht In-

wohncr