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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
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vertragt keine Fruchtbaume g): Zuchtvieh im Ueber-fluß h), abet meistens klein i); selbst an den Rinvemvermißt man das Ansehen k), und die Pracht der Stirn 1)»

Sie

g) Ist unfähig, Fruchtbaume (zahme oder gepflanzteObstbaumc) zu tragen, (wie in Italien) , weil daSCliiila (doch nicht überall gleich) rauh und kalt tvcicEs ist zu vermuthen, daß die Rönier auf deutschemGrund und Boden versucht haben, ihre Fruchtba'mme (Feigen, Oliven, Citronen u. s. w.) zu pflanzen;da aber die Versuche mißlangen, schrieben sie esder Unfruchtbarkeit des Landes zu. Hatten die Deut«scheu sich bemüht, ihre wilden Baumfrüchte durchKunst zu veredeln , zahmes £>bft zu ziehen ; das Erd-reich würde durch den gehörigen Anbau die besten?Früchte hervorgebracht haben, so wie der edle Borsdor«ser, eine deutsche wilde Frucht, durch Cultur entstand,Sie begnügten sich aber mit ihren wilden Erd < undBaumfrüchten (Kap. 23, d. B.), mit ihren Eicheln,.Holzäpfeln und Holzbirnen^ Mispeln, Schlehen u. s. f..Wegen des Mangels zahmer Obstbaume und desWeinbaus kannten die Deutschen auch keinen Herbst»und hatten (Kap, 26, d, B.) keinen Namen für den«selben.

b) Wegen des UeberflusseS und der Güte des Futters;der Graswnchs auf den deutschen Weiden (Plin»N. H. XVII. 4.) war berühmt; man trieb nach demClaudianus, in seinem Lobgedichte auf den Stilieo( t V. 224.) dahin aus Gallien über den Rhein dasVieh.