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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
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im lande w), üben den Waarentausch x) nach einfäl-tiger und alter Sitte. Für gutes Geld halten sie alteund lang bekannte Münzen, die Serraten y) und Bi-' gateil

der Lange nach hatten die Deutschtil in einer grosse»Strecke die Römer zu Nachbarn.

x) Den Tauschhandel. Der Geschichtschreiber wollte ge-wiß die Granznachbarn der Römer von dem TauscheHandel hier nicht ausschliessen, die ihn ia doch alsuncultivirte Völker, am wenigsten unter sich, nichtentbehren konnten: er sagt nur, daß die von derRömischen Gränze entleg'neren Deutschen, bloß denTauschhandel trieben, und Zwar (in Rücksicht derübrigen Deutschen, bey denen schon einiger LuruSwar.) nach der einfaltigeren und alteren Sitte.

y) Nicht von der eingeprägten Sage, oder einer Sage(Serra) ahnlichen Figur, haben die Serraten ihrenNamen: denn nirgends liest man davon, und nochweniger hat man unter der grossen Menge RömischerMünzen ie eine von der Art auffinden können; son-dem wahrscheinlich von den Einschnitten am Rande,da wir noch eingekerbte oder (gezahnte) gerändelteMünzen übrig haben. In des seel, Longolius Ab«Handlung über die Serraten des Tacitns (S. d. Ge-schichtforsch, zten Theil) wird dageg-n eine ihm ganzeigene Meynung am Ende vorgetragen, daß nämlichdie Serraten ihren Namen daher gehabt hatten, daßsie zur Probe der Aechtheit oder Verhütung des Be^trugs von den Deutschen mit einer Feile ausgehöhltgewesen waren. Aber zu geschwcigen, oh auch die

Deut-