Druckschrift 
C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
72
Einzelbild herunterladen
 

72 » ==><s^e> e= ' . a

Mars d) versöhnen sie *) mit gewöhnlichem

Opftr-

kern, die schon gewisse Cultur hatten, z. C. bey de«,Carti?agern, Gattern u. s. rv.; so gar bey den gebiUderen und friedfertigen Phöniciern ist noch zu der Zeit,,als Alexander Tyrus belagert hatte (S. Curtius IV,Z.) von einem darzubringenden Menschenopfer di^-Rede, das aber (unschuldige Kinder schlachtete man)zum Glück unterblieb. Nach den Annalen des 2a*citus (XIII. 57, vergl. Kap. Zi. unseres B. um sichdas schreckliche Gelübde zu erklären) gelobten unsereAhnen auch wohl Feindesheere zum Opfer; und noch,in spaten Zeiten brachte man Menschenopfer. Jvrnan»des oder Jordancs sagt in seiner Gotischen Geschichte(Kap. 5. O..617. Groiius Ausg.) von den Gothen,.daß sie Kriegsgefangene geopfert hatten, nnd Procopius in seiner Goth. Gesch. (.B. II. S..2S7. Grot. Ausg.>von den Franken, daß sie es noch als Christen gethan.Indessen waren deßwegen unsere Vater bey ihrem sehrkriegerischen Character nicht grausam, nicht blutdürstig;nur zu gewissen Zeiten, nicht oft, brachten sie dergleichen.Opfer, und wohl mehr zur Strafe und Rache der 25mbrecher, und der Kriegsfcmde. So wurden (S. Tac^Annal. I. 61.) nach der Niederlage des Varus nur dieTribunen und vornehmsten Centurionen der Römer bey.geweihlcn Altaren geschlachtet. Die Deutschen warenaber auch bey der despotischen Behandlung und demWcrluste ihrer Freyheit aufs- äusserste, und bis zurWuth, gebracht. Ob sie, wenn es an Verbrechernund Kriegsgefangenen fehlte, wie die ©aller <S. Ca*sqr G. K, VI. 16,), auch Unschuldige opferten? kani?

schwep