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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
76
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der Majestät des Himmels 1), ihre Gottheiten in Wän-de einzuschließen m), oder sie auf irgend eine Art in

mensch-

Schiffarth genannt wurde; er selbst demnach mit derIdee von von dcr Isis vertraut, und für den Diensteingenommen war.

I) So erhabene Begriffe hatten unsere Vater wohl nicht.Man fand bey ihnen keine Tempel und keine Bilder,nicht sowohl aus Unwissenheit in der Bau - und Bild-nerkunst: denn für eine noch so ungebildete Nationwäre icdes bessere Gebäude, als ihre schlechten Hütten,und iedes rohe Bild, befriedigend gewesen; sondernweil ihre Religion so einfach, nicht vielgötterhaftwar, und die ihnen heiligen Haine sich am bestenzu ihrem Gottesdienste schickten. Hatte Tacitns ge-sagt: weil sie glaubte, daß der Gottheit alles frey»ind offen seyn müsse; so wäre dieß dcr Wahrheitnaher gewesen, da der Geist dcr Freyheit das höchsteGut dcr Dcutschen, in allen ihren Gesinnungen undHandlungen herrschte, und sie natürlich von sich aufdie Gottheit schlössen.

«n) d. i. ihnen Tempel zu erbauen. Auch AmmianusMarc. (XXXl. 2.) erzählt, daß man bey den Ala>ncn, die Pcocopius (S. Vandal. Krieg, l. S. 9.Goth. Krieg I. S. 139. Grot. Ausg.) zu dcr gothi-schen Völkerschaft rechnet, keine Tempel sahe. Undnicht nur die Deutschen; andere Völker mehr, auchdie culliviltesten, hatten in den ältesten Zeiten keine^Tempel: selbst die Perser nicht, da sie schon cultivirt

waren,