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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
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menschlicher Gestalt zu bilden n). Sie weihen Haine

und

waren, die sogar die Tempel der Griechen in Brandsteckten, well sie Götter in Wände einschlössen. Aberhatten auch wirklich die Deutschen keine Tempel?Tacitus spricht doch im 4vsten Kap. d. B. von einemTempel der Hertha, und im zosien Kap. des ItmBuchs s. Annalen, von einem Tempel der Tanfana?Unsere Stelle ist der Canon, nach welchem die übn»gen im Tacitus zu erklären sind. Jeder geheiligteOrt heißt bey dem Römer ein Tempel, und bey denDeutschen waren die Walder und Haine zur Feyerihrer Feste und zu gottcsdienstlichcn Handlungen gewid-mct: Der Tempel der Acrtha (Hertha), und der Tan,fane sind nichts anders, als geweihte Haine, wieman auch aus dem Zusammenhange sieht, und zwardas Innere, oder ein darin besonders geheiligterOrt; den man auch für den Sitz der Gottheit hielt.Von den Sicambrern schreibt Johann von Tritten»heim, in s. Buche von dem Ursprung der Franken,wo er von Marcomars Tode spricht, daß sie bisauf diese Zeit noch keine Götzentempel gehabt hatten.

n) Hier lesen wir mit deutlichen Worten, daß sie keineGötzenbilder hatten. Der Geschichtschreiber redetzwar nur von Bildern in menschlicher Gestalt; aberer schließt, durch den hinzugefügten Grund, daß eSnach ihrer Meynung unter der Majestät der Gott,heil wäre, auch andere Götzenbilder aus, und nie*gends finden wir in der alten Geschichte eine Sput.Sie hatten, sagt Herr HR. Gattcrer, nur Hieco-

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