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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
124
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kündigen das Joch Ochsen, das geschirrte Pferd, unddie geschenkten Waffen an: so müsse sie leben, so sterben 8).Sie empfange, was sie unverletzt und würdig gebraucht,den Kindern übergebe, was ihre Schwiegertöchter betkommen, und wieder auf die Enkel bringen sollten t).

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Gewohnheit, wenn sie auch unter so vielen deutschenVölkern allgemein gewesen, noch durchgängig Herr-schend seyn konnte? Die Geschichte des Zustandes,und einiger Völker besonders in dem damaligenDeutschland , sind dem entgegen. Die Sitte mußwohl mit Zunehmen des Ackerbaues und der Culturauch nach und nach, wo es nicht Auswanderungenmit und im Kriege erforderten, abgenommen haben.Natürlich war es bey Auswanderungen, Rauberzügenund Kriegen ganzer Völker, daß Weiber und Kinderfolgten; und auch die Geschaffte der Frauen machtesie für die kriegerischen Manner unentbehrlich. Aberselbst zu den Zeiten des Cäsars, und nach ihm kanndie Gewohnheit nicht so allgemein, und nicht ohne ©tuschrankung verstanden werden.«) Als Thcilnehmerin an Allem , was ihrem Manne be-gegnet.

t) Sie wurde also auch an Kinder und Enkel, und da-mit an die Pflichten einer Mutter erinnert. WasTacitus von den hochzeitlichen und bedeutungsvollenGeschenken bisher erzählte, das geht nur edle undfreygeborne Deutsche an«