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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
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Schönheit, noch Tugend, noch Reichthum, erwirbt ihreinen Mann: denn da scherzt Niemand m) überlasier n); verführen o) und verführt werden , heißt danicht Mode p). Noch besser ist'ö bey Völkern, wonur Jungfern hcyrathen q), und mit der Hoffnung unddem Wunsche Frau zu feyn, nur Einmal Vergleich ge-

macht

m) Schütze bemerkt auch (in s. Schutzschr. Th.ll, 170. f.)daß sogar unzüchtige Scherze, die vielleicht in bcn Au-gen der Griechen und Römer Galanterie gewesen sind,in den alten Gesetzen als sträflich geahndet wordenwaren.

b) Laster der Unkeuschheit, wollüstige Ausschweifungen.

0) Wav Unkeuschheit betrifft.

p) Nennt man nicht Welt, oder Galanterie. Wieganz anders bey dem Sittenverderben unserer Zeit!Wir haben Schriften, welche der Keuschheit gefahr,lich sind, und sie, deren Heilighaltung so segensvvllfür den Menschen ist, als klösterliche Tugend »er»lachen; welche die Wollust mir reizenden Farben mah-len, und, wie die Sirenen, zu ihren tödtlichen Ufernv einladen! Gesellschaften, die noch oazu aus Gliedernbestehen, welche auf feines sittliches Gefühl Anspruchmachen, sind nicht selten Fusammeickünfte, wo manin Absicht auf Keuschheit zweydeunge Reden hört,oder unschuldig die gesagten Worte durch Witz undGewalt verdreht, daß diese Tugend ein Gegenstanddes Scherzes wird, daß das Gefühl für dieselbenach und nach abgestumpft, getödtet, und lachendder Grund zu einem Verderben gelegt wird, das so

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