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C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
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ben sie i), bis das Alter die Freygebornen abson-

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Häuser in Deutschland. Vor dem Eingange veSHauses ist dicht an demselben, statt einer Treppeoder eines Borhofs ein großer Misthaufen, welchensie den Mistphal nennen. Durch eben denselbenWeg und über eben diesen Mistphal gehen auchPferde und Kühe aus und ein. Gleich bey demEintritt erblickt man auf der einen Seite das Vieh,auf der andern das Gctraidc; weiter hinterwärtssieht man unten auf dem Boden an einer Wandein Feuer brennen. Dieses ist der Hecrd, wcl-cher in weiter nichts, als in einem schmalen stciner-ncn Pflaster, auch wohl anstatt dessen in einer ei-fernen Platte besteht, die ganz unten auf dem Bo«den liegt. Um dieses Feuer sitzt dann die ganzeFamilie herum u. s. w. Gleich neben oder hinterden? Feuer schlaft der Herr und die Frau, auch dieKinder; die Knechte und Magde schlafen bey denVieh. Die Bauart des platten Landes hat auchin den vornehmern Städten einen ganz eignen Ge«schmack in der innerlichen Bauart der bürgerlichenHauser eingeführt. Die Küche, oder vielmehr dieFeuerstätte, ist der vornehmste Platz im Haufe;alles kommt dahin, um den Wirth aufzusuchen, undum in das Hauptzimmer zu kommen, muß man erstdurch die Küche gehen- In den gemeinen Hau-fern ist auser dieser Feuerstätte selten noch eine be»sondere Stube angebracht; solche Stuben sind auchnur neuere Erfindungen. Dies erklart also denTacitus deutlich genug, wie es zu verstehen sey:

daß