0 ■ ■-=a d^g>c=— 4 5
Viele glauben, Lacirus habe zwischen Römischenund Germanischen Sitten eine Vcrgleichung anstellen, unddie erster» dadurch tadeln wollen.
Wahr ist's, er bringt hier und da einen feinen Zugan, allein seine Absicht konnte es nicht seyn, um dieserwenigen Anspielungen willen, ein eigenes Buch zu cntwer,fcn. Denn _
1) war's dann übcrflüßig, Lage und Völkerschaften Ger,manieits zu untersuchen.
2) Würd' es nicht eben den besten Eindruck gemachthaben, da er auch Germanische Laster schildert.
Ware diese Mcynung von seiner Absicht richtig, soverlöre Tt-.cirus den größten Theil seiner Glaubwürdigkeit;so hatten diejenigen Recht, welche behaupten, er habeaus unlauter» Quellen geschöpft, alleS zum Nachtheil sei-ner Landslcutc entworfen, oder wenigstens nur diejenigenGermanischen Sitten beschrieben, welche von den Romi*schcn abwichen.
Herr Zlmelang i) kam auf eine andere Meynung.Er glaubt, Tacitus habe seine Römer auf eine furchtbareund durch Frcyheitslicbe unüberwindliche Nation aufinerk-sani zu mach»» gesucht.
Viel wahres, durch Beweise bestätigt. Allein, sooft auch Tacitus diese Saite berührt, ebe» so oft spielter ebenfalls auf Römische Sitten an, — und an; Ende-könnte man ihm gar doppelte Absicht zuschreiben.
a Z La-
j) Gedanken über die Absicht und den Plan des Tucitus beyseinem Buch von der Lage und den Sitten dcr Deutschen—in dem Encyclspädischcn ZyArnjal, I. E,a?5.