Druckschrift 
C. C. Tacitus von Deutschlands Lage, Sitten und Völkern : Mit erklärenden Anmerkungen, einigen Ausführungen udn Abhandlungen, und einem geographisch-historischen Wörterbuche / von Johann Heinrich Martin Ernesti, öffentlichem ordentlichem Professor an dem Herzoglichen akademischen Gymnasio Casimiriano zu Coburg
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

$ k^=i-^^%X==^

Tacituo schrieb eine Geschichte, er entwarf AnnalenT- was war denn da seine Absicht? Er wollte Annalen,Geschichte, Nachrichten von Germanien mit philosopbi^schcm Scharfsinne entwerfen,Konnte £«citue, sagtHerr Schmidt 2), nicht auch die nämliche Absicht baden,die Sitten der Deutschen zu studieren, und zu eulwcrfen,al6 manche Europaer, da sie den Sitten der Wilden sofleißig nachspüren? " Wie aufmerksam sind wir nicht, dieGeschichte entfernter Nationen, nicht ihrer Könige undbürgerlichen Kriege, denn diese haben selten einen Einflußauf uns ihre Sitten und Meinungen kennen zu lernendUnd wenn denn nun ein Philosoph, wie Herr Meinero 3),der Kamtschadalcn Sitten und Meinungen uns vorlegt,welchen Dank sind wir ihm nicht schuldig? Sollten einstLNo-dlnnen in spätern Generationen PaUctö'e Samm«lungcn lesen 4) vielleicht auch ein Gedanke dann überdie Absicht,

II!.

Run von seiner Glaubwürdigkeit. Daß man darüberreden muß, daß viele darüber schrieben, beweißt schon,daß man sie bezweifelte, Auch hier sündigte man zwiefach.Einige giengen zu weit, nahmen alles für Orakelsprüchcan, was er sagte; andere sprechen ihm allen Glauben ab,oder schranken ihn in erdichtete Gränzen ein.

Das erste ist der Fehler einer gesunden Kritik, derFehler der vorigen Jahrhunderte, wo aus Vorliebe von-

Rom,

i) Geschichte der Deutschen, 1. Vorrede S> ?.5) Vermischte pbilosop!?. Schriften, III. <?. 164.4) Sammlungen hist. Nachrichten über die Mongolischen Vöi-7ftrschasten, S{. Petersh. 776. 4,